Referenzen:
Krisensichere TETRA-Anbindung für den ÖPNV
TETRA-Anbindung ohne Bagger: Warum Richtfunk die kosteneffiziente Alternative zur Glasfaser war.
Ein führender Verkehrsverbund im Rheinland stand vor der Herausforderung, abgelegene Standorte für das digitale Betriebsfunknetz (TETRA) anzubinden.
Für die Steuerung und Sprachkommunikation ist nicht die Bandbreite entscheidend – hier genügen stabile 2 MBit/s –, sondern die Latenzfreiheit und eine Verfügbarkeit von 99,995 %.
Klassische Leitungswege waren aufgrund massiver Tiefbaukosten und langer Genehmigungswege keine Option.
Sicherheitskritische Vernetzung in Sankt Augustin: TETRA-Basisstation mit neuer Aviat WTM-4800 Richtfunkantenne zur stabilen Datenanbindung im Großraum Bonn.
Die klassische 2 MBit/s Leitung: Ein teures Erbe
Früher war eine Kupfer-Standleitung (S2M/E1) der Standard für TETRA-Basisstationen. Heute wird diese meist durch eine gemietete Glasfaser-Standleitung ersetzt.
- Das Problem: Selbst wenn nur 2 MBit/s benötigt werden, berechnet der Carrier oft die Bereitstellung einer vollwertigen Glasfaser-Infrastruktur.
- Laufende Kosten: Die monatlichen Mietgebühren für eine dedizierte, ausfallsichere Leitung liegen je nach Lage oft zwischen 400 € und 800 €. Über eine Vertragslaufzeit von 10 Jahren summiert sich das auf 48.000 € bis 96.000 € – pro Standort.
- Anschlusskosten: Sind keine Leitungen vorhanden, kommen einmalige Baukostenzuschüsse (BKZ) im fünfstelligen Bereich dazu.
Anforderungen an die Richtfunkstrecke
- Funkdistanz: 7,8 km
- Datenrate: min 2 MBit/s
- Verfügbarkeit: 99,995%
- Sicherheit: AES-Verschlüsselung
Warum 2 MBit/s via Richtfunk die klügere Wahl sind
In der TETRA-Welt ist nicht die Menge der Daten entscheidend, sondern die Konstanz. Während man bei einer gemieteten Leitung monatlich für „Leere“ bezahlt (da die Glasfaser 1.000 MBit/s könnte, aber nur 2 MBit/s genutzt werden), ist Richtfunk eine Punktlandung:
- Wirtschaftlichkeit: Nach ca. zwei Jahren hat sich die Richtfunk-Hardware gegenüber der Leitungsmiete bezahlt gemacht. Ab dem dritten Jahr spart der Verkehrsbetrieb jeden Monat bares Geld.
- Souveränität: Die TWS-Lösung gehört dem Verkehrsbetrieb. Er ist nicht mehr abhängig von den Preissteigerungen oder Service-Level-Agreements (SLA) eines großen Carriers.
- Physikalische Trennung: Im Falle einer Katastrophe oder bei Bauarbeiten sind Erdkabel oft die erste Schwachstelle. Die Aviat WTM-4800 funkt stabil über dem Geschehen hinweg.
Für den Preis einer 10-jährigen Leitungsmiete könnte der Verkehrsbetrieb fast drei Standorte komplett mit eigener Richtfunk-Technik ausstatten. Richtfunk ist hier nicht nur eine technische Alternative, sondern eine kaufmännische Notwendigkeit.

Daniel Weber
Vertriebsleiter