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KRITIS-Autarkie für die Feuerwehr Paderborn – 10 GBit/s Richtfunk ohne Kompromisse

08.05.2025

Die Herausforderung: Kommunikation, wenn alles andere versagt

Die Feuerwehr Paderborn benötigt im Krisenfall eine Verbindung zwischen den Hauptwachen, die vollkommen unabhängig von der städtischen IT-Infrastruktur oder dem öffentlichen Glasfasernetz funktioniert.

Das digitale Dilemma: Die Standorte sind 3 bis 4 Kilometer voneinander entfernt und haben aufgrund von Gebäuden und Topografie keine direkte Sichtverbindung.

In einem Sektor der Öffentlichen Sicherheit (KRITIS) ist ein “Single Point of Failure” keine Option.

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Montage Stahlbau + 2 Richtfunkantennen

Montage Stahlbau + 2 Richtfunkantennen

Digitale Festung Paderborn: Autarker Richtfunk für maximale Krisenfestigkeit

Wir haben ein autarkes Highspeed-Netzwerk „über den Dächern“ von Paderborn geschaffen.

Durch den Einsatz von massiven, statisch berechneten Stahlbaumasten haben wir die fehlende Sichtverbindung künstlich hergestellt.

Als Herzstück dient die Aviat Multi-Band-Technologie (WTM-4800), die 80 GHz für extreme Geschwindigkeit und 23 GHz für unschlagbare Wetterfestigkeit kombiniert.

Ein modulares Full-Outdoor-System, das ohne komplexe Innen-Infrastruktur auskommt.

  • Volle Bandbreite: 10 GBit/s Datendurchsatz – so schnell wie Glasfaser, aber physisch unzerstörbar durch Baggerarbeiten.
  • Höchste Verfügbarkeit: Multi-Band-Betrieb garantiert Verbindung auch bei extremem Starkregen oder Nebel.
  • KRITIS-konform: Vollständige physische Trennung vom öffentlichen Netz.
  • Alles aus einer Hand: Von der Funkfeldplanung und Frequenzbeantragung bis zur statischen Abnahme des Stahlbaus.

Die Einsatzleitung in Paderborn hat nun die Gewissheit: Die Kommunikation steht. Kein Bangen bei Stromausfällen oder Netzstörungen.

TWS hat eine „digitale Festung“ errichtet, die im Hintergrund lautlos ihren Dienst verrichtet, damit die Feuerwehr sich auf das Retten von Leben konzentrieren kann.

Kundenstimme:

„Für uns als Feuerwehr ist Erreichbarkeit Lebensversicherung.

TWS technologies hat uns eine Lösung geliefert, die uns komplett unabhängig macht.

Selbst wenn das städtische Glasfasernetz bei einem Großereignis oder Tiefbauschaden ausfällt, stehen unsere 10 GBit/s Leitungen.

Dass TWS von der Drohnen-Vermessung bis zum schweren Stahlbau alles aus einer Hand liefert, war für diesen sensiblen Auftrag entscheidend.“

- Einsatzleitung Feuerwehr Paderborn -

Unsere Expertise: Stahlbau, Drohnen & Millimeterarbeit

Als einer der wenigen Spezialbetriebe in Deutschland beherrschen wir die gesamte Kette:

Wir prüfen die Sichtverbindung (LOS-Check) per Drohne und Hubsteiger, berechnen die Windlasten für den Stahlbau und montieren die Systeme auch unter schwierigsten baulichen Bedingungen.

Erfahrung + eigenes Equipment + KRITIS-Know-how = TWS.

Stahlbau mit Kran Bestimmung der optimalen Masthöhe per Drohne.

Projektbeschreibung

Die Stadt Paderborn wünschte sich eine Standortverbindung zwischen den Hauptfeuerwehrwachen ohne Zugriff auf die städtische Infrastruktur.

Damit soll gewährleistet sein, dass im Falle eines Großereignissen, alle Wachen untereinander erreichbar sind. Dafür kommen nur Richtfunkverbindungen in Frage.

Die Bandbreite der Funkverbindung soll 10 GBit/s betragen, wobei einen ähnlich hohe Verfügbarkeit wie übliche Glasfaserverbindungen erreicht werden soll.

Die Standorte liegen jeweils 3 - 4 km auseinander und haben untereinander keine direkte Sichtverbinung.

Aviat Networks - WTM-4800

Technologie

Die über 3 Kilometer lange Distanzen zwischen den Standorten in Paderborn erforderte den Einsatz des Multi-Band Systems WTM-4800 von Aviat Networks.

Dieses System ist speziell dafür ausgelegt, auch über größere Entfernungen eine zuverlässige und leistungsstarke Richtfunkverbindung zu gewährleisten.

Die WTM arbeitet mit zwei Funkbändern (80 GHz und 23 GHz).

Dadurch kann die hohe Bandbreite von 10 GBit/s aber auch eine hohe Verfügbarkeit über eine längere Strecke erreicht werden.

Alles ist modular in einer Full-Outdoor Unit untergebracht. Somit sinken die Anforderungen an die Infrastruktur.

Bildergalerie zum Projekt

Diese Bildergalerie präsentiert eine Auswahl von Eindrücken während der Installation.

Montage der Richtfunkantennen

Montage der Richtfunkantennen

Stahlbau mit Kran

Der Stahl kommt zu seinem Montagesplatz

Endmontage - Dachdeckerarbeiten

Dachdeckerarbeiten nach der Mastmontage

Aviat WTM-4800 Multiband ODU

Antennenmast

Kabelmontage am Stahlmast

Kabelmontage am Stahlmast

Hubunterstützung Stahlbau

Hubunterstützung Stahlbau

Vorbereitungen für die Stahlbaumontage

Vorbereitungen für die Stahlbaumontage

Stahlbaumontage

Stahlbaumontage

Multiband Antennne

Antenne fertig zur Inbetriebnahme

Projektablauf: Aufbau der Richtfunkverbindungen in Paderborn

Der Aufbau der Richtfunkverbindungen für die Paderborner Hauptfeuerwehrwachen durch TWS technologies folgte unserem bewährten mehrstufigen Projektablauf.

Hier ist ein Einblick in die einzelnen Phasen dieses wichtigen KRITIS-Projekts:

1. Standortbegehung und Detailplanung

Alles begann mit einer gründlichen Standortbegehung beider Feuerwehrwachen.

Die TWS-Experten analysierten die baulichen Gegebenheiten und die Umgebung, um die besten Installationspunkte für die Richtfunkanlagen zu identifizieren.

Ein entscheidender Punkt dabei war die Feststellung, dass keine direkte Sichtverbindung zwischen den Standorten bestand. Dies ist bei Richtfunkstrecken eine Herausforderung, da sie im Idealfall freie Sicht benötigen, um eine optimale Signalübertragung zu gewährleisten.

2. Bestimmung der optimalen Masthöhe

Da keine direkte Sichtverbindung vorhanden war, musste eine Lösung gefunden werden, um Hindernisse wie Gebäude und Bäume zu überwinden.

Dies erforderte eine präzise Bestimmung der benötigten Masthöhen.

Ingenieure von TWS technologies nutzten spezielle Software und topografische Daten, um die genauen Höhen zu bestimmen.

Zusätzlich war ein Vorort- LOS-Check mit Drohne und Hubsteiger erforderlich.

3. Funkfeldplanung

Sobald alle örtlichen Gegebenheiten bekannt sind, beginnt die entscheidende Phase der Funkfeldplanung. In diesem Schritt wird die passende Richtfunktechnik sowie der optimale Frequenzbereich bestimmt. Wir ermitteln die ideale Antennengröße und berechnen die wetterbedingte Verfügbarkeit der Verbindung.

Sind diese wichtigen Daten erfasst, stellen wir einen Antrag zur Nutzung einer Sendefrequenz. Die anschließende Frequenzzuteilung gewährleistet Ihnen die exklusive und störungsfreie Nutzung einer spezifischen Sende- und Empfangsfrequenz für Ihre Richtfunkstrecke.

4. Konstruktion und Montage des Stahlbaus

Nachdem die Masthöhen festgelegt waren, begann die Phase der Konstruktion und Montage des notwendigen Stahlbaus.

Dies umfasste die Fertigung spezieller Mastkonstruktionen, um die Richtfunkantennen sicher tragen zu können und Anforderungen einer stabilen Verbindung zu gewährleisten.

Die Montage erfolgte unter Einhaltung strengster Sicherheitsvorschriften und sorgte für eine solide und langlebige Basis für die gesamte Anlage.

Besonderes Augenmerk lag hier auf der Statik und der Windlastberechnung.

5. Montage der Richtfunkantennen

Der nächste Schritt war die Montage der eigentlichen Richtfunkantennen.

Diese hochpräzisen Geräte wurden exakt nach den zuvor berechneten Parametern ausgerichtet.

Die Ausrichtung ist ein kritischer Schritt, da selbst kleinste Abweichungen die Signalqualität erheblich beeinträchtigen können.

Spezialisierte Techniker nutzten hierfür modernste Messinstrumente, um eine millimetergenaue Justierung zu gewährleisten und die optimale Übertragungsleistung zu erzielen.

6. Inbetriebnahme und Feinabstimmung

Die finale Phase war die Inbetriebnahme der Richtfunkverbindungen.

Hierbei wurden alle Komponenten des Systems aktiviert, gründliche Tests durchgeführt und die Leistung der Strecke umfassend überprüft.

Eventuelle Feinabstimmungen an den Antennen oder der Sendeleistung wurden vorgenommen, um die maximale Verfügbarkeit und Datendurchsatzrate zu gewährleisten.

Erst nach erfolgreichem Abschluss aller Tests und der Bestätigung der Leistungsfähigkeit wurde die Strecke offiziell an die Feuerwehr übergeben.

Projektzusammenfassung:

Installation von 4 Antennen auf 3 Gebäuden / Masten

  • Stahlbauplanung mit Statik
  • Stahlbaumontage
  • Antennenmontage
  • Kabelverlegung
  • Rackmontage
  • Inbetriebnahme
  • Projektmanagent
  • Machbarkeitsstudie
  • LOS Check mit Drehleiter und Drohne
  • Bestimmung der Mindesthöhen der zu errichtenden Masten
  • Installation von einer USV (unterbrechungsfreie Stromversorung) für die Richtfunkgeräte
  • Dachdeckerarbeiten
  • Kernbohrung

Warum KRITIS-Schutz kein Standard-Job ist

In Projekten wie bei der Feuerwehr Paderborn geht es um mehr als nur IT – es geht um die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Einrichtungen, die für das Gemeinwesen überlebenswichtig sind, werden als Kritische Infrastrukturen (KRITIS) definiert.

Ein Ausfall in diesen Sektoren hätte fatale Folgen:

  • Öffentliche Sicherheit: Wenn Polizei oder Feuerwehr nicht mehr kommunizieren können.
  • Energie & Gesundheit: Wenn Stromnetze schwanken oder Krankenhäuser isoliert werden.
  • Logistik & Telko: Wenn Lieferketten reißen oder das Internet großflächig versagt.

Der TWS-Ansatz für KRITIS:

Der Schutz dieser Sektoren ist gesetzlich streng reglementiert (z. B. durch das IT-Sicherheitsgesetz).

Wir von TWS technologies planen und bauen Richtfunkstrecken so, dass sie als autarke Backup- oder Hauptsysteme genau diese Versorgungssicherheit garantieren. Wenn das öffentliche Netz fällt, steht unsere Verbindung.

Weitere Erfolgsgeschichten

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