Richtfunkplanung & Installation: In 9 Schritten zur stabilen Verbindung
Jedes Richtfunkprojekt ist einzigartig. Geografische Lage, bestehende IT-Infrastruktur und regulatorische Vorgaben erlauben keine Standardlösungen. Wir entwickeln maßgeschneiderte Richtfunkstrecken, die exakt auf Ihre Anforderungen abgestimmt sind.
Der Projektablauf: Von der Idee zur betriebsbereiten Richtfunkstrecke
- 1. Standortsuche: Identifikation potenzieller Standorte mit den passenden technischen und baulichen Voraussetzungen.
- 2. LOS-Check (Line of Sight): Präzise Prüfung der freien Sichtlinie und der Fresnelzone.
- 3. Funkplanung: Festlegung von Frequenzband, Sendeleistung und Antennentypen für maximale Performance.
- 4. Angebotserstellung: Transparente Kostenaufstellung ohne versteckte Gebühren.
- 5. Frequenzantrag: Rechtssichere Beantragung der Frequenzzuteilung bei der Bundesnetzagentur (BNetzA).
- 6. Hardwarebestellung: Zielgerichtete Beschaffung der Komponenten nach Frequenzfreigabe.
- 7. Pre-Configuration & Labortest: Vorkonfiguration nach Ihren Vorgaben inklusive Belastungstest im Labor.
- 8. Inbetriebnahme: Fachgerechte Montage, Verkabelung, Einmessung und Abnahme vor Ort.
- 9. Wartung & Service: Regelmäßige Inspektionen, Updates und Entstörung für dauerhafte Ausfallsicherheit.
Standortwahl & Sichtverbindung: So vermeiden Sie Fehlplanungen
Eine Richtfunkverbindung steht und fällt mit der Qualität des Standorts. Drei Kernfaktoren entscheiden über die Signalqualität:
- Freie Sichtlinie & Fresnelzone: Hindernisse wie Gebäude oder Bäume dämpfen das Signal. Auch der eiförmige Raum um die Achse (Fresnelzone) muss frei von Störquellen sein.
- Infrastruktur & Anbindung: Vorhandensein von stabilen Stromquellen, Zugänglichkeit für Techniker und die Anbindung an Glasfaser- oder LAN-Netze.
- Regulatorik & Umwelt: Genehmigungsprozesse, Denkmalschutz sowie statische Belastungen durch Wind und Extremwetter.
Line-of-Sight Prüfung (LOS-Check) in der Praxis
Eine ungenaue Sichtprüfung führt zu teuren Verzögerungen im Projekt. Um volle Planungssicherheit zu garantieren, setzen wir auf erfahrene Techniker und moderne Messtechnik:
- 3D-Analyse via LIDAR: Bereits vor dem ersten Vor-Ort-Termin prüfen wir Ihre Strecke digital per Laser-Scandaten (ALS). Störkanten wie Baumkronen oder Gebäude werden exakt erfasst.
- Industriedrohnen mit Zoom-Optik: Gibt es noch keinen Mast oder ist die Gegenstelle viele Kilometer entfernt? Mit Spezialdrohnen prüfen wir Sichtweiten bis zu 30 km hochpräzise aus der Luft.
Technisch erklärt: Die Fresnelzone
Die Fresnelzone beschreibt den ellipsoiden (eiförmigen) Raum rund um die direkte Sichtachse zwischen Sender und Empfänger. Wird dieser Bereich durch Objekte angeschnitten, kommt es zu Signalverlusten durch Interferenz.
Faustregel für den Durchmesser der 1. Fresnelzone:
| Frequenz | Distanz | Max. Durchmesser |
|---|---|---|
| 80 GHz | 2 km | 1,37 m |
| 18 GHz | 5 km | 4,56 m |
| 6 GHz | 50 km | 24,97 m |
Bautechnische Begehung (BTB)
Vor der Installation sichert die Bautechnische Begehung (BTB) die Machbarkeit ab. Ein Fachtechniker prüft die Gegebenheiten direkt am Objekt:
- Festlegung der genauen Antennenpositionen und Tragsysteme
- Planung von Kabelwegen, Durchführungen und Schrankkapazitäten
- Abgleich mit der vorhandenen Netzwerk- und Strominfrastruktur
Alle Ergebnisse werden in einem detaillierten BTB-Protokoll inklusive Fotodokumentation festgehalten. Das garantiert Ihnen ein verbindliches Festpreisangebot ohne nachträgliche Überraschungen.
Richtfunkplanung und Installation
Projektablauf für den Aufbau einer Richtfunkverbindung
Jedes Richtfunkprojekt ist einzigartig und erfordert eine individuelle Herangehensweise. Es gibt keine Universallösung, die für jedes Vorhaben gleichermaßen geeignet ist. Stattdessen müssen die spezifischen Anforderungen, Ziele und Rahmenbedingungen jedes einzelnen Projekts genau analysiert werden.
Faktoren wie die geografische Lage, die bestehende Infrastruktur und regulatorische Vorgaben beeinflussen den Projektverlauf maßgeblich.
Wir entwickeln maßgeschneiderte Kundenlösungen, um damit flexibel auf die individuellen Gegebenheiten und Anforderungen eingehen zu können.
Der Aufbau einer Richtfunkverbindung folgt dennoch einem strukturierten Projektablauf:
- Standortsuche: Identifikation potenzieller Standorte, die die technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen erfüllen.
- LOS Check (Line of Sight): Prüfung auf freie Sichtlinie und Fresnelzone zwischen den Standorten, z.B. durch Geländebegehungen oder Software-Simulation.
- Funkplanung: Festlegung technischer Parameter wie Frequenzband, Sendeleistung und Antennentypen für optimale Signalqualität.
- Angebotserstellung: Erstellung eines umfassenden Angebots mit allen Kosten.
- Frequenzantrag: Beantragung der Frequenzzuteilung bei der Bundesnetzagentur.
- Hardwarebestellung: Bestellung der Richtfunkkomponenten nach Erhalt der Frequenzzuteilung, da verschiedene Hardwareversionen je nach Frequenzbereich nötig sein können.
- Vorkonfiguration nach Kundenwunsch und ein Labor-Stresstest.
- Inbetriebnahme: Installation der Hardware (Antennen, Geräte), Verkabelung, Konfiguration und abschließende Funktionstests.
- Wartung: Regelmäßige Inspektionen, Software-Updates und Störungsbehebung zur Sicherung der langfristigen Stabilität und Performance.
Dieser Ablauf gewährleistet eine effiziente Realisierung und einen reibungslosen Betrieb der Richtfunkverbindung.

Optimale Standortwahl für Richtfunk: Darauf kommt es an
Die Auswahl des richtigen Standorts ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit und Stabilität von Richtfunkverbindungen. Um eine optimale Signalübertragung zu gewährleisten, müssen mehrere Schlüsselfaktoren berücksichtigt werden.
Freie Sicht und Fresnelzone
Der wichtigste Aspekt ist eine freie Sichtlinie (Line of Sight, LOS) zwischen den Antennen.
Jegliche Hindernisse wie Gebäude, Bäume oder topografische Erhebungen können das Signal dämpfen oder blockieren. Ideal ist zudem eine freie erste Fresnelzone.
Die Fresnelzone ist ein ellipsoider Bereich um die direkte Sichtlinie, in dem der Großteil der Funkwellenenergie übertragen wird.
Werden Objekte in dieser Zone passiert, kann es zu Interferenzen und Signalverschlechterung kommen.
Geografische und infrastrukturelle Faktoren
Die geografische Beschaffenheit des Geländes spielt eine große Rolle. Dazu gehören die Topografie, die Bodenbeschaffenheit und mögliche Geländeneigungen, die die Sichtlinie beeinflussen könnten.
Die Zugänglichkeit des Standorts ist ebenfalls von Bedeutung, sowohl für die Installation als auch für spätere Wartungsarbeiten.
Eine zuverlässige Stromversorgung am gewählten Standort ist unerlässlich für den Betrieb der Richtfunkanlagen.
Des Weiteren sollte die Anbindung an bestehende Infrastruktur, wie zum Beispiel Glasfasernetze oder vorhandene IT-Infrastruktur, berücksichtigt werden, um eine reibungslose Integration in das Gesamtnetzwerk zu ermöglichen.
Regulatorische und Umwelteinflüsse
Bevor ein Standort final festgelegt wird, müssen regulatorische Aspekte geprüft werden. Dazu gehören Genehmigungsverfahren, Bauvorschriften oder auch eventuelle Denkmalschutzauflagen.
Auch potenzielle Umwelteinflüsse dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Extremwetterereignisse, Windlasten oder auch die elektromagnetische Verträglichkeit mit anderen Funkanwendungen in der Umgebung können die Performance der Richtfunkstrecke beeinflussen.
Zukünftige Netzwerkerweiterung
Bei der Standortentscheidung sollte auch die zukünftige Entwicklung des Netzwerks bedacht werden.
Eine vorausschauende Planung ermöglicht es, die Richtfunkverbindung langfristig stabil und leistungsfähig zu halten und zukünftige Erweiterungen oder Anpassungen einfacher zu integrieren.
Line-of-Sight Prüfung (LOS-Check)
Bei der LOS-Prüfung wird von beiden Endstellen mit optischen Hilfsmitteln die freie Sichtverbindung überprüft.
Die Schwierigkeit liegt in der genauen Identifizierung der Gegenstellen. Je weiter die Standorte voneinander entfernt sind, umso bessere Hilfsmittel werden benötigt.
Neben der direkten Sichtlinie ist die freie Ausbreitung in der gesamten ersten Fresnelzone entscheidend.
Diese Zone bildet einen ellipsenförmigen Raum zwischen den Antennen, dessen maximaler Durchmesser von der Frequenz und der Entfernung abhängt und der frei von jeglichen Objekten sein muss.
Eine gründliche "Line of Sight" Prüfung erfordert einen hohen zeitlichen Aufwand. Neue Technologien wie LIDAR können hier unterstützen.
Gibt es keine Sichtverbindung oder muss die Mindesthöhe für einen Mast ermittelt werden, können auch Drohnen oder Hubsteiger zum Einsatz kommen.
Wird die LOS-Prüfung nicht mit der erforderlichen Gründlichkeit durchgeführt, kann dies später erhebliche Auswirkungen auf eine erfolgreiche Projektdurchführung haben. Wir setzen deshalb nur Techniker mit langjährer Erfahrung für diese Aufgabe ein.




Was ist LIDAR?
LIDAR - steht für die Abkürzung "Light detection and ranging". Mit Hilfe von Laserstrahlen wird die Landschaft abgetastet. Aus den Messdaten können 3D-Punktwolken erstellt werden.
Ein gängiges Verfahren ist das flugzeuggestützte Laserscanning (Airborne-Laserscanning - ALS). Es ermöglicht eine großflächige Erfassung von Höheninformationen.
Vom Flugzeug sendet der Laserscanner Lichtstrahlen zur Erde, die dort reflektiert werden. Das reflektierte Signal wird wiederum vom Flugzeug empfangen und aufgezeichnet. Aus der Zeitdifferenz lässt sich die zurückgelegte Strecke berechnen. Gleichzeitig wird die aktuelle Flugzeugposition mit dem Inertial-Navigationssystem (INS) aufgezeichnet.

Ein weiterer Vorteil der Laserscanner-Messungen sind Aufzeichnung von Mehrfachreflexionen.
Der Laserstrahl hat am Boden einen Durchmesser von 20-30 cm. Einzelne Teile dieses Strahls können an unterschiedlichen Orten reflektiert werden. So kann z.B. im Wald die Baumspitze (First Return) und der Boden (Last-Return) separat detektiert werden
Fehlplanungen vermeiden
Sichtverbindungen vorab mit Lidardaten prüfen

Für maximale Planungssicherheit prüfen wir Ihre Verbindungsanfrage bereits im Vorfeld mit unserer 3D-Software. So können wir ideale Standorte für Antennen vorschlagen und Störquellen frühzeitig erkennen.
Mit dieser digitalen Vorab-Prüfung reduzieren Sie deutlich das Risiko kostspieliger Fehlplanungen, auch wenn ein finaler Check vor Ort erforderlich bleibt.

Zu Ihrer Sicherheit berücksichtigen wir bei der Planung Ihrer Richtfunkstrecke alle denkbaren Hindernisse. Unsere Analyse identifiziert frühzeitig potenzielle Konflikte mit Gebäuden, Bäumen, Energieinfrastruktur und Windrädern.
Line-of-Sight Prüfung mit Drohne
Für präzise Sichtprüfungen (LOS-Tests) setzen wir unsere eigene Industriedrohne ein, die mit einer hochauflösenden Kamera mit starkem Zoom ausgestattet ist.
Der Einsatz von Drohnen unterliegt spezifischen, standortabhängigen Auflagen. Bei Bedarf informieren wir Sie gerne über die Möglichkeiten und Voraussetzungen.
Unsere Drohne ermöglicht LOS-Prüfungen auch an Standorten, an denen keine Antennenmasten vorhanden sind.
LOS-Check Beispiel: Gegenstelle ist 20 km entfernt.

Drohnen Kamerabild - ohne Vergrößerung

Drohnen Kamerabild - 40 fache Vergrößerung

TWS Industriedrohne - Sichtweite bis 30 km.
Was ist die Fresnelzone?
Die Fresnelzone bezeichnet einen Ellipsoid rund um die direkte Sichtachse. Sender und Empfänger befinden sich in den Brennpunkten des Ellipsoids.
Die 1. Fresnelzone bezeichnet dabei eine Fläche, in der der Wegunterschied zur Hauptachse maximal eine halbe Wellenlänge beträgt.
Die Größe der Fresnelzone ist somit abhängig von der Funkfeldlänge und der Sendefrequenz.
∅ 24,97m
6 GHz, 50 km
∅ 4,56 m
18 GHz, 5 km
∅ 1,37 m
80 GHz, 2 km
Ablauf einer Bautechnischen Begehung
Bei der Bautechnischen Begehung, auch BTB genannt, überprüft ein Mitarbeiter die vorhandene Infrastruktur.
Antennenpositionen, Kabelwege und Kabeltypen werden festgelegt und mit dem Auftraggeber abgesprochen.
Jede Funktechnik benötigt andere Vorraussetzungen. Das Zusammenspiel zur vorhandenen Dateninfrastruktur muss abgestimmt sein.
Die Ergebnisse werden in einem Protokoll und einer Fotodokumentation festgehalten. Sie bilden die Grundlage für ein verbindliches Angebot.