Neues Rathaus, neue Geschwindigkeiten:
Warum Richtfunk den Umzug zum Kinderspiel macht
Ein Rathaus-Neubau ist ein logistisches Großprojekt – doch während Wände hochgezogen und Abteilungen verlagert werden, stellt sich die alles entscheidende Frage:
Wie bleibt die Verwaltung währenddessen handlungsfähig?
In Euskirchen zeigt sich beim Bezug des neuen Rathauses ein entscheidender Vorteil moderner Netzarchitektur. Während der Tiefbau für Glasfaserverbindungen oft Monate in Anspruch nimmt und an starre Trassen gebunden ist, bewies die Richtfunk-Vernetzung ihre ganze Flexibilität.
“Die Freiheit der Luftbrücke”
Der Umzug der digitalen Schlagader war hier kein Hindernis, sondern eine Chance. Durch eine vorausschauende Mastplanung direkt während der Rohbauphase konnten die neuen 10 GBit/s-Verbindungen (Aviat WTM-4800) bereits parallel zum Innenausbau realisiert werden.
Das Ergebnis? Ein „sanfter Umzug“ ohne Datenabriss:
- Standortunabhängigkeit: Bestehende Funkfelder lassen sich mit präziser Planung deutlich schneller auf ein neues Zielobjekt ausrichten als Erdkabel umzuverlegen.
- Parallelbetrieb: Drei der fünf Hauptstrecken wurden bereits vor dem eigentlichen Einzug scharf geschaltet.
- Zukunftssicherheit: Der Austausch der alten „End-of-Life“-Hardware (Ceragon IP-20E) gegen die fünffache Bandbreite erfolgte quasi im Vorbeigehen.
Herausforderung:
Abschied von „End-of-Life“-Systemen
Im Zuge des Rathaus-Neubaus in Euskirchen stand die IT-Infrastruktur vor einer Mammutaufgabe
Die bisherige Vernetzung basierte auf der Ceragon IP-20E Plattform.
Diese Technik hat mit einer Kapazität von 2000 Mbit/s nicht nur ihre Leistungsgrenze erreicht, sondern wurde herstellerseitig auch als End-of-Life eingestuft.
Ohne langfristige Ersatzteilgarantie und Software-Support stellte die alte Hardware ein potenzielles Risiko für die Hochverfügbarkeit der Stadtverwaltung dar.
Ein kompletter Technologiewechsel war daher die logische Konsequenz.
Die Lösung
E-Band Performance der nächsten Generation
Um die Stadtverwaltung zukunftssicher aufzustellen, wurde das Netzwerk auf eine hochperformante E-Band Vernetzung umgestellt. Zum Einsatz kam die Aviat WTM-4800, die einen gewaltigen Sprung in der Datendurchsatzrate ermöglicht:
- Upgrade von 2 Gbit/s auf satte 10 Gbit/s.
- Fünffache Kapazität für reibungslose Workflows, Cloud-Anwendungen und VoIP.
- Höchste Zuverlässigkeit durch modernste Carrier-Grade Millimeterwellen-Technologie.
WTM-4800
Präzision in der Bauphase:
Mastplanung & Montage
Ein besonderes Highlight dieses Projekts war die enge Verzahnung von Hochbau und IT-Infrastruktur.
Die Mastplanung und der Mastbau erfolgten durch TWS technologies GmbH parallel zur Entstehung des neuen Rathausgebäudes.
Dies erforderte exakte Berechnungen der Sichtachsen (Line-of-Sight) bereits in der Rohbauphase, um eine optimale Signalqualität sicherzustellen.
Durch die frühzeitige Integration konnten die statischen Anforderungen für die Dachmontage direkt im Bauprozess berücksichtigt werden.
Rathaus im Rohbau
LOS Test per Drohne
Antennenmast im Aufbau
Fertiger Aufbau
Projektzusammenfassung:
Aufbau von 5 Richtfunkstrecken
- Antennenmontage
- Kabelverlegung
- Inbetriebnahme
- Projektmanagent
- LOS Check
- Bestimmung der optimalen Mastposition
- Stahlbauplanung mit Statik
- Stahlbaumontage
Richtfunk:
- 5 x 80 GHz, 600m - 1,1 km, 10 GBit/s